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    Üben, üben, üben …

    Ein neuer Song ist fertig. Jetzt an die Aufnahme gehen. Wenn es denn so einfach wär. Ständig verspiele ich mich. Immer wieder ein neuer Patzer. Nein, so kann das nicht bleiben. Alles wieder von vorne.  Irgendwann wächst in mir die Erkenntnis, das ich den Song nicht richtig spielen kann. Ich muss ihn erst üben. Ich muss meinen eigenen Song üben. Im Kopf weiß ich wie es klingen soll, aber die Hände wissen es noch nicht. So ist das oft bei mir. Im Kopf verstehe ich etwas, aber in der Praxis hapert es. Beim genaueren Betrachten kommt mir der Eindruck, das mein ganzes Leben, hier und dort Patzer aufweist. Da gibt…

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    Harmonie

    Aufgrund eines fehlenden Updates für mein Audio-Interface kann ich im Moment keine Aufnahmen machen und so schreibe ich Lieder und denke über Musik nach. Ich denke auch darüber nach, was wir Menschen füreinander sind, wie wichtig soziale Kontakte sind und wie oft wirklich gute und aufrichtigeKontakte fehlen. Wir Menschen können nicht als Inseln leben. Wir brauchen Menschen, in denen wir uns Spiegeln können, in denen wir erkennen wer und wie wir sind. Im besten Fall entsteht ein sozialer Klang, eine Harmonie, in der es auch mal laut werden darf. Wenn ich mir Noten an schaue, sehe ich zwei Richtungen, eine Horizontale und eine Vertikale. Die Horizontale sagt mir, wie lange…

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    Advent, Advent…

    Es ist mal wieder soweit. Weihnachten rückt näher. Corona hin oder her, Weihnachten kommt. Die Menschen dürfen sich treffen, ein Weihnachtsessen vertilgen, eine gute Zeit zusammen haben und sich diversen Gefühlen hingeben. Jeder so, wie er mag. Ein paar Kalorien reicher, geht man dann wieder in seinen Corona-Alltag. Wie jedes Jahr beschleicht mich der Gedanke, dass da was falsch läuft. Da fehlt was. Ach ja, das Geburtstagskind fehlt. Weihnachten ist ja ein Geburtstagsfest. Allerdings bekommt das Geburtstagskind nichts geschenkt. Genau genommen ist der sogar unerwünscht. Er stört. Mit ihm wird es immer so anstrengend. Der will immer reden. Lasst uns lieber noch einen lecker Wein auf machen. Gibts noch Klöße? Es…

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    Dünnes Eis

    Ist mein Glaube alltagstauglich? Hat mein Glaube etwas zu sagen, auch wenn mein Leben aus den Fugen gerät? Als ich ein junger Christ war, war mein Glaube einfach. Halte dich an Christus, dann wird alles gut. Mein Denken war zweifarbig. Auch ich habe diese Sätze gehört und mir zu eigen gemacht: „Du musst mehr beten“, oder „Dein Glaube ist zu schwach“. Diese Sätze werden gerne in Lebenskrisen hinein gesprochen und sie sind so schön einfach.  Eigentlich sind diese Sätze aber unterlassene Hilfeleistung. Dahinter steckt eine banale Spiritualität, die nur funktioniert, wenn alles rund läuft, aber dass Leben spielt da oft nicht mit. Es kommen Krankheiten, Unfälle, finanzielle Nöte, Süchte aller…

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    Perspektivenwechsel

    Ärgerlich … Die Kommode ist zwar schon alt, aber gerade jetzt fängt sie an, aus dem Leim zu gehen. Im Moment gibt es andere Dinge, die wichtiger sind, dafür ist jetzt kein Geld da. Solche Sachen kommen eben immer zur Unzeit. Zwei Tage habe ich mich geärgert und überlegt, wie ich an eine Neue komme. Klar, die, die mir gefallen sind zu teuer. Keine Lösung in Sicht. Dann schoss mir ein anderer Gedanke durch den Kopf. Die geht doch noch. Klar, hier und da hackt es und die eine Schublade ist jetzt etwas windschief, aber sonst … Irgendetwas hat meinen Blick geweitet und jetzt habe ich erst mal meinen Frieden…

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    Frieden

    Vielleicht liegt es an meinem Alter, aber ich beschäftige mich in letzter Zeit mit der Frage, wie ich Frieden mit mir und meiner Vergangenheit schließen kann. Irgendwann sind diese Fragen in meinem Kopf aufgetaucht, was wäre, wenn ich damals eine andere Entscheidung getroffen hätte, wenn ich mich gegen meine Eltern durchgesetzt hätte, wenn ich hier und dort etwas Fleißiger gewesen wär? Was hätte aus mir werden können? Was liegt alles in mir vergraben, was nie zum Vorschein kommen wird? Welcher Mensch hätte ich werden können, wenn ich in meinem Leben andere Entscheidungen getroffen hätte? Das sind ziemlich viele „Wenns“.  Das Problem dabei ist, das ich gar nicht wissen kann was…

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    Gefälschte Wahrheit.

    Als der Zweite Weltkrieg zu Ende ging, war meine Mutter ein Schulkind. Bis in die letzten Tage hinein, wurde die Propaganda- Maschine bemüht, um die Bevölkerung zu motivieren.  So wurde zum Beispiel den Kindern erzählt, das „Neger“ kleine Kinder fressen. Das war kein mißlungener Scherz, die Kinder glaubten das. Aus heutiger Sicht klingt das skurril. Meine Mutter lebte in Nürnberg und am Ende des Krieges, war Nürnberg von amerikanischen Soldaten besetzt. Dann passierte es: Meine Mutter war unterwegs und plötzlich kam ein Soldat auf sie zu. Riesengroß schien er zu sein, ein „Neger“, mit Helm und Waffe. Für sie war klar: Jetzt werde ich gefressen. So hatte sie es gelernt,…

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    Sterben

    „Ja, es ist offensichtlich: So wie die Weisen einmal sterben werden, müssen auch die Törichten und die Dummen ihr Leben lassen, und all ihr Vermögen fällt anderen zu.“                    Psalm 49,11 Es ist wieder vom Sterben die Rede. Die Korona-Pandemie erinnert uns an ein Thema, welches wir gerne unter den Tisch fallen lassen, so, als gäbe es den Tod nicht. Aber es gibt ihn. Wir alle müssen sterben. „Forever young“ ist keine Option. Klar ist auch, im Tod sind wir alle gleich, nichts kann uns retten. Und dann? Wir Christen sagen, es geht weiter. Energie wandelt sich nur. Das Leben geht nicht…

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    Segen = Erfolg?

    Manchmal denke ich genau so. Wenn Gott mich segnet, erhalte ich etwas, das mir gefällt und mir guttut. Wenn Gott mich segnet, laufen die Dinge gut und das, was ich mir vorgestellt habe, funktioniert. Deswegen bitte ich ja vor einer wichtigen Sache um seinen Segen, auf dass alles so läuft, wie ich es mir vorstelle. Fällt euch etwas auf? Hier geht es um mich. Bei dieser Denkweise bin ich das Zentrum. Ich will etwas und Gott soll mein Erfüllungsgehilfe werden. Alles dreht sich um mich. Kann das so stimmen? Vielleicht wird ja andersherum ein Schuh draus: Erfolg = Segen? Ich muss also irgendwie erfolgreich sein, als Voraussetzung für den Segen…

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    „Fake News“ am Karfreitag

    An Karfreitag erinnern wir Christen uns an die Kreuzigung Jesu. Ein Gedanke hat mich beim Lesen dieser Geschichte immer mal wieder beschäftigt: Warum rufen die Menschen, als sie die Möglichkeiten haben für einen der Gefangenen die Freilassung zu erwirken, `kreuzige ihn`? Was hat die Menschen dazu bewogen, diesem einen, der ihre Kranken geheilt und einen Weg des Friedens vorgelebt hat, den Tod zu wünschen? Was hatte er ihnen getan? Ich weiß es nicht wirklich aber ich habe eine Vermutung. Im Bibeltext lesen wir, dass die Menge aufgestachelt wurde von seinen Feinden. (Markus 15,11) Moment mal, waren da Fake News im Spiel? Klar ist doch, dass Jesus einiges durcheinandergebracht hat. Die…