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Unsichtbarkeit.

Manchmal passiert es, wir werden unsichtbar.

Wir können uns durch Menschenmengen hindurch bewegen, ohne scheinbar wahrgenommen zu werden. Wir glauben dann, dass wir für andere nicht existent sind. Klar, beim Einkaufen sprechen wir mit der Kassiererin und wir sprechen auch mit Arbeitskollegen, aber das ist nicht echt. Es ist nur ein Automatismus.

Wir sind dann zu Hause und tun, was getan werden muss, aber wir leben nicht. Was wir tun, spielt keine Rolle, wir haben für niemanden Bedeutung.

Wenn uns jemand etwas anderes sagt, glauben wir es nicht. Wir werden zur Projektionsfläche für die Gefühle anderer. Eine weiße Leinwand, auf der ein Film abläuft, der nicht der unsere ist.

Das kann passieren.

Es kann passieren, dass wir den Kontakt zu uns und dem Leben verlieren.

Szenenwechsel:

Letzte Woche habe ich mit meinem Auto eine Panne. Der Wagen geht einfach aus und springt nicht wieder an. Ich kann ihn nicht mal von der stark befahrenen Straße schieben, da der erste Gang nicht rausgeht. Die Kupplung ist hin. Nichts geht mehr. Hinter mir staut es sich und das Hupen hilft nicht wirklich. Ich rufe meinen Pannendienst an. Nach 20 Minuten in der Warteschleife lege ich auf, „Ihr Anruf ist uns wichtig …“. Ich kenne hier niemanden, den ich anrufen kann. Niemand ist da um mir zu helfen. Ich fühle mich hilflos.

Mir fällt nichts anderes ein, als ein kurzes Gebet loszuschicken. Ein verzweifeltes Gebet, ich weiß nicht was ich jetzt noch tun kann.

Dann hält ein Auto und ein junger Mann steigt mit ölverschmierten Händen aus einem älteren Jaguar. Er sagt: „Ich sehe sie brauchen Hilfe …“, er wird gleich aktiv, lässt sich das Problem schildern. Er kommt erst einmal auch nicht weiter. Er versucht mit seinem Handy über YouTube herauszufinden, wie man das Getriebe entriegeln kann. Bringt aber nichts. Dann hat er die rettende Idee, die Batterie ab klemmen, in der Hoffnung, dass sich die Elektronik resetet. Und tatsächlich, der Wagen springt wieder an. Ich versuch den Namen des jungen Mannes herauszufinden. Er will ihn mir nicht sagen, er lacht und sagt, dass dass doch selbst verständlich ist.

Wer sieht mich?

Ich bin fest davon überzeugt, dass Gott mich sieht.

Für Gott bin ich keine Projektionsfläche. Ich bin ein Gemälde mit seinen Farben gemalt und dieses Gemälde ist noch nicht fertig.

Er sieht mich und wenn ich für alle anderen unsichtbar bin, kann ich mit Gott ins Gespräch kommen und ihn fragen, welche Gedanken er zu meinem Leben hat.

Denn er sieht mich.

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