Dünnes Eis

Ist mein Glaube alltagstauglich?

Hat mein Glaube etwas zu sagen, auch wenn mein Leben aus den Fugen gerät? Als ich ein junger Christ war, war mein Glaube einfach. Halte dich an Christus, dann wird alles gut. Mein Denken war zweifarbig.

Auch ich habe diese Sätze gehört und mir zu eigen gemacht: „Du musst mehr beten“, oder „Dein Glaube ist zu schwach“. Diese Sätze werden gerne in Lebenskrisen hinein gesprochen und sie sind so schön einfach. 

Eigentlich sind diese Sätze aber unterlassene Hilfeleistung.

Dahinter steckt eine banale Spiritualität, die nur funktioniert, wenn alles rund läuft, aber dass Leben spielt da oft nicht mit. Es kommen Krankheiten, Unfälle, finanzielle Nöte, Süchte aller Art und vieles mehr.

Als Hiob ins Desaster gerät, sagen seine Freunde genau das. Du musst etwas falsch gemacht haben und deswegen bestraft dich Gott. Gott selbst stellt später klar, dass das nicht stimmt.

Hätte Hiob einen reinen Gefühlsglauben, hätte er nicht sagen können: „Der Herr hats gegeben, der Herr hats genommen, gepriesen sei der Herr.“

Wenn unser Glaube zu einem Wohlfühlevent verkommt, wird das Eis schnell dünn.

Gott ist da oben und wir sind hier unten und ich warte darauf, dass Gott mich mit guten Gefühlen versorgt. Das ist der beste Weg, sich Gott vom Hals zu halten. Was ist aber wenn Gott in uns Wohnung nehmen möchte, wenn er mit uns durch die Krise gehen möchte? Wenn wir um die Wüstenwanderung nicht herum kommen? Dann geht es nicht mehr um gute Gefühle sondern um einen Reifungsprozess der auch wehtun kann. Es geht um Erkenntnis.

Nichts gegen schöne Gefühle, sie gehören auch dazu. Sie alleine sind aber zu wenig.

Heute weiß ich das Gott auch manchmal der ferne Gott ist und das Gott nicht durch mein scheinbar christliches Leben beeinflusst werden kann.

Diese Welt ist ungerecht und manchmal trifft es uns mit aller Härte denn wir leben nicht im Paradis. Wenn mein Glaube aber seine Selbstgerechtigkeit verloren hat, kann ich in der Wüste plötzlich eine Wasserquelle finden. Gott zaubert uns nicht aus der Wüste heraus, wir müssen unser Leben leben, aber er stellt einen Wegweiser auf, der zur Wasserquelle führt. Dann können wir selbst zu einem Wegweiser für andere werden und brauchen diese belehrenden Sätze nicht mehr. Dann wird unser Glaube tragfähig, auch wenn es schwer wird.  

Perspektivenwechsel

Ärgerlich … Die Kommode ist zwar schon alt, aber gerade jetzt fängt sie an, aus dem Leim zu gehen. Im Moment gibt es andere Dinge, die wichtiger sind, dafür ist jetzt kein Geld da.

Solche Sachen kommen eben immer zur Unzeit.

Zwei Tage habe ich mich geärgert und überlegt, wie ich an eine Neue komme.

Klar, die, die mir gefallen sind zu teuer. Keine Lösung in Sicht.

Dann schoss mir ein anderer Gedanke durch den Kopf.

Die geht doch noch. Klar, hier und da hackt es und die eine Schublade ist jetzt etwas windschief, aber sonst …

Irgendetwas hat meinen Blick geweitet und jetzt habe ich erst mal meinen Frieden damit. Die Kommode muss nicht perfekt sein, sie erfüllt noch ihren Zweck und irgendwann passt es besser.

Das geht mir immer wieder mal so, dass ich ein Problem sehe und nun nach einer Lösung suche. Von der Lösung habe ich eine klare Vorstellung und wenn die nicht klappt, werde ich ärgerlich. 

MEINE Lösung, MEINE Zeitvorstellung.

Tja, nur manchmal spielt das Leben da eben nicht mit.

Perspektivenwechsel ist da angesagt, mal die Sache von einer anderen Seite sehen, Querdenken. 

In meiner Beziehung zu Gott ist das auch oft so. Ich kann nicht verstehen, warum hier und da Gott nicht eingreift.

Vielleicht hat Gott aber eine Lösung im Sinn, die ich überhaupt nicht auf dem Schirm habe. Vielleicht muss ich bei manchem Problem mal einen Schritt zurückgehen, um ein größeres Bild zu sehen.

Eines scheint mir klar zu sein, eine Lösung ohne den Menschen hat Gott nicht im Sinn. Ich bin immer mit einbezogen und wenn ich meinen Blick ständig auf das Problem richte, sehe ich eben immer nur das, das Problem.

Vielleicht wartet Gott darauf, dass ich nicht mehr das Problem, sondern ihn anschaue?

Vielleicht wär ein Perspektivenwechsel eine gute Idee..

Frieden

Vielleicht liegt es an meinem Alter, aber ich beschäftige mich in letzter Zeit mit der Frage, wie ich Frieden mit mir und meiner Vergangenheit schließen kann. Irgendwann sind diese Fragen in meinem Kopf aufgetaucht, was wäre, wenn ich damals eine andere Entscheidung getroffen hätte, wenn ich mich gegen meine Eltern durchgesetzt hätte, wenn ich hier und dort etwas Fleißiger gewesen wär?

Was hätte aus mir werden können? Was liegt alles in mir vergraben, was nie zum Vorschein kommen wird? Welcher Mensch hätte ich werden können, wenn ich in meinem Leben andere Entscheidungen getroffen hätte?

Das sind ziemlich viele „Wenns“. 

Das Problem dabei ist, das ich gar nicht wissen kann was alles hätte sein können, ich kann nur wissen, was jetzt ist und das ist schon schwer genug. Wer bin ich eigentlich? Ich habe festgestellt, dass ich ziemlich oft ein Bild von mir habe, welches nicht der Realität entspricht. Es entspringt in Wahrheit dem Wunsch, wie ich gerne sein möchte.

Wenn dieses Wunschbild stark von meiner gelebten Realität abweicht, entsteht Unzufriedenheit. 

Klar wär mein Leben anders verlaufen, wenn ich andere Entscheidungen getroffen hätte, aber ob es besser gewesen wär, weiß ich nicht.

Ich glaube, der erste Schritt zum Frieden mit sich selbst ist, sich selbst so wahrzunehmen wie man wirklich ist, mit Stärken und Schwächen. Vielleicht gefällt mir das, was ich an mir sehe, nicht immer, aber so bin ich. Zumindest jetzt.

Aus einem Wunschbild kann ja der Wunsch nach Veränderung entstehen. Das ist OK, wenn der Startpunkt die Realität ist.

Wenn es mir gelingt, mich selbst so anzunehmen wie ich bin, spielen die „Wenns“ keine Rolle mehr. Dann muss ich nicht mehr zurück schauen.

Naja, eine Zutat fehlt noch. Die Vergebung. Es gibt Menschen, die sind mit mir nicht besonders gut umgegangen. Die haben ihr Bild von mir einfach über mich drüber gestülpt. Die waren nicht ehrlich zu mir und haben ihre Spiele gespielt.

Da kann ich mich jetzt den Rest meines Lebens darüber aufregen aber das  beschädigt meinen Frieden. Ich muss mich in Vergebung üben, denn auch ich bin ja an anderen schuldig geworden.

Für mich ist es in dieser Lebensphase wohl angesagt auf Entdeckungstour zu mir selbst zu gehen.

Es wird nie langweilig in so einem Leben…

Gefälschte Wahrheit.

Als der Zweite Weltkrieg zu Ende ging, war meine Mutter ein Schulkind.

Bis in die letzten Tage hinein, wurde die Propaganda- Maschine bemüht, um die Bevölkerung zu motivieren.

 So wurde zum Beispiel den Kindern erzählt, das „Neger“ kleine Kinder fressen. Das war kein mißlungener Scherz, die Kinder glaubten das. Aus heutiger Sicht klingt das skurril. Meine Mutter lebte in Nürnberg und am Ende des Krieges, war Nürnberg von amerikanischen Soldaten besetzt.

Dann passierte es: Meine Mutter war unterwegs und plötzlich kam ein Soldat auf sie zu. Riesengroß schien er zu sein, ein „Neger“, mit Helm und Waffe. Für sie war klar: Jetzt werde ich gefressen. So hatte sie es gelernt, jetzt würde sie sterben. 

Der Soldat blieb vor hier stehen und schaute auf sie herab, zog einen Schoko-Riegel aus der Tasche, drückte ihn ihr in die Hand und ging weiter.

Auch Rassismus ist eine gefälschte Wahrheit (Fake News), genährt von einer fehlgeleiteten Angst. Angst kann uns davor bewahren zu große Risiken ein zu gehen. Angst kann uns aber auch auf falsche Wege führen. 

Das Wort ´anghu´ (indogermanisch) bedeutet beengend. Daraus hat sich unser Wort Angst entwickelt. Ich glaube, dass zu große Angst unseren Blick auf die Welt eng machen kann und unseren Verstand klein.

Es scheint mir so, als ob sich zumindest Teile unserer Gesellschaft, in den letzten siebzig Jahren nicht weiter entwickelt haben.

Ein anderer Teil aber schon.

Das macht mir Mut.

Sterben

„Ja, es ist offensichtlich: So wie die Weisen einmal sterben werden, müssen auch die Törichten und die Dummen ihr Leben lassen, und all ihr Vermögen fällt anderen zu.“                    Psalm 49,11

Es ist wieder vom Sterben die Rede.

Die Korona-Pandemie erinnert uns an ein Thema, welches wir gerne unter den Tisch fallen lassen, so, als gäbe es den Tod nicht.

Aber es gibt ihn. Wir alle müssen sterben. „Forever young“ ist keine Option.

Klar ist auch, im Tod sind wir alle gleich, nichts kann uns retten.

Und dann?

Wir Christen sagen, es geht weiter. Energie wandelt sich nur. Das Leben geht nicht verloren. Die meisten Menschen dieser Welt glauben, dass es hinter dieser Grenze etwas gibt. Ein kleiner Teil sagt, da ist nichts. Da kommt nichts mehr.

Nun gibt es aber eine fantastische Möglichkeit. Ich kann mich auf die Suche nach der Wahrheit machen. Ich kann damit aufhören ein „Follower“ von Beeinflussern … äh … Influencern zu sein. Ich kann zu einem Forscher werden. Neuland betreten. Es geht ja immerhin um das eigene Leben.

Aus eigener Erfahrung weiß ich, Gott lässt sich finden. Er will mit Dir und mir in Kontakt treten. Warum? Weil er uns als seine Kinder sieht. Er liebt uns, wir sind ihm wertvoll.

Irgendwann reicht es nicht mehr mit anderen ÜBER Gott zu reden.

Irgendwann ist es Zeit MIT Gott zu reden.

Ich kann versichern: Ein „Follower“ Gottes zu sein, ist das Beste, was einem passieren kann.

Nur Mut!

Segen = Erfolg?

Manchmal denke ich genau so. Wenn Gott mich segnet, erhalte ich etwas, das mir gefällt und mir guttut. Wenn Gott mich segnet, laufen die Dinge gut und das, was ich mir vorgestellt habe, funktioniert.

Deswegen bitte ich ja vor einer wichtigen Sache um seinen Segen, auf dass alles so läuft, wie ich es mir vorstelle.

Fällt euch etwas auf?

Hier geht es um mich. Bei dieser Denkweise bin ich das Zentrum. Ich will etwas und Gott soll mein Erfüllungsgehilfe werden. Alles dreht sich um mich.

Kann das so stimmen?

Vielleicht wird ja andersherum ein Schuh draus:

Erfolg = Segen?

Ich muss also irgendwie erfolgreich sein, als Voraussetzung für den Segen Gottes. Ich muss das Richtige tun und es muss gut laufen.

Ich muss mir den Segen verdienen.

Dann bin ich ein schlechter Kandidat für göttlichen Segen.

Bei mir laufen die Dinge oft nicht so, wie sie sollten.

Moment mal, da geht es ja wieder nur um mich. Ich muss etwas leisten, damit ich etwas bekomme. Es geht mal wieder nur um mich.

Ich habe so die Ahnung, dass das alles nicht richtig ist.

Schauen wir mal in die Bibel:

„Vergeltet nicht Böses mit Bösem oder Scheltwort mit Scheltwort, sondern segnet vielmehr, weil ihr dazu berufen seid, dass ihr den Segen ererbt.“

1. Petr. 3,9

Als Christen sind wir berufen andere zu Segnen.

Hier sieht meine Rolle anders aus. Aber wer ruft?

Der, der die Wurzel allen Segens ist, Gott. Er fordert mich auf zu segnen.

Wenn ich die segne die mir Böses wollen, verändert das meinen Blick und meine Einstellung. Das kann zu einer echten Anstrengung werden.

Das geht nur, wenn ich bereit bin, meinen Horizont zu erweitern.

Wenn ich bereit bin, meinen Zorn und Ärger loszulassen.

Gar nicht so einfach. Allerdings komme ich nicht zu kurz denn Segen ist nie eine Einbahnstraße.

Was aber ist denn nun Segen?

Ich glaube, Segen ist eine lebenerhaltende Kraft. Diese Kraft besitze ich nicht aus mir selbst sondern sie wird mir und uns geschenkt. Es geht nicht um Erfolg im klassischen Sinn, sondern um das Leben. Meine kleinliche Vorstellung von Erfolg hat nichts mit dem zu tun was Gott mir und uns schenkt und noch schenken will. Ich weiß oft nicht was gut oder schlecht ist für mich, da ich die Konsequenzen nicht überschauen kann. Auch wenn ich mich bemühe das Richtige zu tun, so ist das doch oft nur ein sich im Nebel vor tasten.

Segen ist für mich das Licht, das im Nebel angeht. Ein Licht das Gott mir an macht. Dann kann ich meinen Weg finden. Segen ist für mich den Mut und das Herz zu haben, um diesem Licht zu folgen. Die Erkenntnis, Gott kann es tatsächlich besser. Dieses Licht leuchtet tatsächlich etwas heller wenn ich andere segne. Ganz still, vielleicht nur in Gedanken.

Menschen, die mir „zufällig“ begegnen und ich spüre hinter ihrem Reden und Gehabe, ihre Not und Einsamkeit. Dann kann ein in Gedanken gespendeter Segen ein Licht anmachen und das ist schon mal ein Erfolg …

„Fake News“ am Karfreitag

An Karfreitag erinnern wir Christen uns an die Kreuzigung Jesu.

Ein Gedanke hat mich beim Lesen dieser Geschichte immer mal wieder beschäftigt: Warum rufen die Menschen, als sie die Möglichkeiten haben für einen der Gefangenen die Freilassung zu erwirken, `kreuzige ihn`?

Was hat die Menschen dazu bewogen, diesem einen, der ihre Kranken geheilt und einen Weg des Friedens vorgelebt hat, den Tod zu wünschen?

Was hatte er ihnen getan?

Ich weiß es nicht wirklich aber ich habe eine Vermutung.

Im Bibeltext lesen wir, dass die Menge aufgestachelt wurde von seinen Feinden. (Markus 15,11)

Moment mal, waren da Fake News im Spiel?

Klar ist doch, dass Jesus einiges durcheinandergebracht hat.

Die Profis in Sachen Glaube und Religion wurden hinterfragt.

Ihre Glaubwürdigkeit infrage gestellt. Jesus hat an ihrem Geschäftsmodell gerüttelt. Religion war (war?) ja auch ein lukratives Geschäft.

Er hatte also Feinde, die um alles in der Welt verhindern wollten, dass sich etwas ändert.

Wenn man jetzt etwas erreichen will, muss man die Massen hinter sich bringen, das war damals so und so ist es auch heute.

So schickten die Menschen ihren eigenen Erlöser ans Kreuz.

Was also hatte Jesus ihnen getan?

Er war nicht systemkonform. Er hat sich nicht angepasst und er war gefährlich, denn er sagte die Wahrheit.

Die Wahrheit kann eine gefährliche Waffe sein. Machthaber fühlen sich von ihr bedroht.

Ein sehr wirksames Mittel gegen die Wahrheit sind Gerüchte und Falschmeldungen. Vor allen Dingen muss man Wahrheit und Lüge vertauschen.

Wie ein Hütchenspieler ruft man: Na, unter welchem Hütchen befindet sich die Wahrheit?

Ob als Pharisäer oder als Staatspräsident, die Hütchenspieler waren schon immer Betrüger, da hat sich nichts geändert, denn alle Hütchen sind leer, da ist nichts.

Wie verführbar sind wir heute?

Wer ist der Held?

Frage: Wie viel Liegestütze schafft Chuck Norris? Antwort: Alle.

80 Jahre ist er gerade geworden, dieser Held, der irgendwie mit allem fertig geworden ist. Helden haben Konjunktur, Superman, Batman oder Iron Man.

Wir mögen diese Helden, weil sie für das gute Kämpfen und am Ende gewinnen.

Mal ehrlich, wenn wir so einen Film sehen, mit wem identifizieren wir uns?

Mit dem Schurken oder dem Tollpatsch, der aus dramaturgischen Gründen auch irgendwie vorkommen muss, oder mit dem Helden?

Klar, mit dem Helden. Es ist doch schöner ein Retter zu sein, als einer der gerettet wird, oder? Ich möchte mich nicht mit einem Versager oder Gauner identifizieren.

Im wahren Leben ist es oft anders. Die Rolle die wir nach außen spielen, wird schnell fadenscheinig, wenn die ersten wirklichen Krisen kommen. Wenn unser Lebensmodell infrage gestellt wird. Wenn wir an unsere Grenzen kommen.

Früher oder später. Vielleicht aber auch nie. Dann bekommt man nie zu sehen, wer man wirklich ist. Dann fängt man an, der eigenen erfundenen Rolle zu glauben.

Wenn wir aber dem Leben in seiner Härte begegnen, kommen wir schnell an den Punkt der Ohnmacht, weil wir eben keine Superhelden sind. Die gibt es nur im Film.

Mir ist schon lange klar, dass ich das Leben nicht beherrsche. Oft genug beherrscht es mich und dann muss ich irgendwie damit klar kommen und das gelingt nicht immer gut. Ich bin mir meines Scheiterns bewusst und am Ende steht so oder so der Tod. Ist das nicht traurig?

Nun kann ich mich da ganz entspannt zurücklehnen denn das ist nicht das Ende der Geschichte. Im Universum bin ich eigentlich ein nichts, eigentlich.

Vor vielen Jahren aber hatte ich eine ungeheure Begegnung. 

Gott ist in mein Leben gekommen und hat eine Tür aufgestoßen. Eine Tür in die Ewigkeit. Ich durfte verstehen, dass das Leben eine viel größere Sache ist.

Die Voraussetzung ist aber zu verstehen, dass Rettung nicht durch imaginäre Superhelden kommt. Das ist eher was für Kinder. 

Die wirkliche Rettung ist mir durch Gott in Jesus geschenkt worden.

Ich brauche diese Rollen nicht mehr zu spielen. Ich darf so sein, wie ich wirklich bin. Das ist wirklich entspannend, sogar über den Tod hinaus.

Vielen Dank Luke Skywalker für die nette Unterhaltung, aber ich brauche dich nicht.

Reden

Normalerweise reden Menschen gerne. Wir sind kommunikative Wesen.

Wenn wir nicht miteinander reden, ist etwas nicht in Ordnung, wir brauchen die Gespräche miteinander.

Die Sprache hat Macht. Worte können verletzen und destruktiv sein. Wer im Internet unterwegs ist, kann das gut beobachten. Es gibt Menschen, die sich wohl nicht mehr anders mitteilen können als über Beleidigungen.

Worte können auch heilen. Das offene vertrauensvolle Gespräch kann mir Klarheit bringen. Es können Hilfe oder Anregungen daraus entstehen, die uns weiter bringen.

Wie reden eigentlich wir Christen miteinander? Sind wir ehrlich zueinander?

Um ehrlich miteinander zu reden, braucht es eine entsprechende Atmosphäre und ich habe den Eindruck, dass die manchmal fehlt.

„Wie geht’s ?“, werde ich gefragt. Nun habe ich zwei Möglichkeiten. Ich könnte sagen „Gut“. Dann ist dieses Gespräch zu Ende und man kann sich dem Wetter zuwenden oder über Politik reden oder über was auch immer. Wenn es mir aber nicht gut geht, könnte ich auch genau das sagen.

Immer wieder habe ich erlebt, dass dann sehr verständnisvoll darauf reagiert wird. Sehr verständnisvoll. Allerdings von einer Leitersprosse weiter oben. Irgendwie, gelingt es uns Christen nicht, auf die gleiche Ebene zu kommen. Kar, ich verallgemeinere hier. Allerdings habe ich da so einen Verdacht. 

Ich habe es immer mal wieder erlebt, dass dann Sätze gesagt werden, die einen recht destruktiven Charakter haben. Sätze wie: „Du betest nicht genug“, oder, „Dein Glaube ist nicht stark genug“. Sätze mit dem Tenor:“Du machst was falsch“. Das bedeutet, Christen, die alles richtig machen, haben keine Probleme und mit Verlaub, das halte ich für Quatsch.

Ich glaube es ist eher umgekehrt. Christen, die in dieser Welt leben und nie Probleme haben, belügen entweder sich selbst, oder andere.

Ich habe ein gewisses Problem, mit Menschen, die nie durch Täler gewandert sind, bei denen scheinbar immer alles glatt lief. Sie sind mir suspekt. Solche Mensch sind langweilig, sie wissen nichts Erlebtes zu erzählen, da ist nichts Wahres gereift.

Also, wie reden wir miteinander? Sagen wir uns nicht die Wahrheit oder ist da einfach nicht mehr? Ich bin doch nur dann auf Augenhöhe mit dem Menschen in einer Krise, wenn Krisen mir selbst nicht fremd sind. Sonst ist alles nur blanke Theorie. Kein belehren, sondern ein Stück mit gehen.

Wie oft ertappe ich mich selbst dabei, auf die Frage, wie es mir geht, einfach ein „Gut“ raus zu plappern, auch wenn es gar nicht stimmt.

Vielleicht muss ich ja bei mir selbst anfangen …

Horizonte

Es scheint der Preis der Informationsflut zu sein, dass unsere Horizonte immer kleiner werden. Vielleicht überfordert uns die Masse an Informationen. Das Internet hat uns tolle Möglichkeiten beschert aber diese vielen Möglichkeiten scheinen in uns ein Gefühl der Verlorenheit zu erzeugen. Was sollen wir tun? Was können wir tun? Alles scheint möglich und doch scheitern wir, weil wir an die Grenzen gelangen, die in uns selbst angelegt sind. Es fällt uns immer schwerer herauszufinden was für uns das Richtige ist.

Es scheint mir so, als würde dieses Dilemma in uns das Bedürfnis nach Sicherheit und Heimat wecken, nach einem Platz, der uns nicht überfordert.

Der weite Horizont, der uns alle Möglichkeiten gibt, macht uns Angst und wir ziehen uns in unseren Bau zurück. Hier kenne ich alles, alles was hier ist, kann ich verstehen und beherrschen.

Natürlich ist das Internet auch ein Echoraum, der uns das liefert was wir suchen und wenn ich ein Aluhutträger bin, werde ich meine eigenen schrägen Ideen bestätigt finden.

In dieser Situation hat es das Christentum schwer, den es will Horizonte öffnen. Allerdings mit dem Unterschied eines Lotsen, der uns helfen will.

Der Mensch sehnt sich nach Dingen die er anfassen und begreifen kann.

Da haben es (Ver)-Führer, die mir einfache Antworten geben leicht.

Klar, man muss Fakten gegen die Lügen setzen. Aber reicht das?

Wenn es so ist, dass wir Heimat und Sicherheit da empfinden, wo wir geliebt werden und lieben dürfen, dann ist der Weg doch klar. Wir müssen die Liebe Gottes in die Welt tragen und davon erzählen.

Auch in der Einöde der Möglichkeiten können wir uns sicher fühlen durch einen liebenden Gott und durch Menschen die uns lieben und den Rücken stärken.

Aus der vermeintlichen Freiheit der Möglichkeiten, die ich nicht verpassen darf, wird die Freiheit des „Nicht alles Müssens“. Ich muss nicht alles können und machen. Ich darf Grenzen haben und vielleicht machen die mich ja gerade aus. Nicht das Zerfließen in einer grenzenlosen Welt hilft mir weiter. Es ist der geöffnete Horizont zu Gott hin, der mir klar macht, ich darf einfach sein. Auch ohne dieses und jene Produkt bin ich etwas Besonderes. Ich bin wertvoll, weil Gott mich liebt. Er, der die Scherben die meine Angst oder das Leben in meine Seele geschlagen hat, wieder zusammen führen will, der mich heilen will. Der einzigst taugliche Horizont heißt für mich: Das Heil Gottes.