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Gott – Du bewahrst meine Füße vor dem Ausgleiten … (Psalm 56,14)

Kann ich das, aufgrund meiner Erfahrung, wirklich so sagen? Bis vor kurzem ist mir das recht schwer gefallen. Spricht doch die eigene Lebenserfahrung dagegen. Wie oft bin ich „ausgerutscht“, wie oft ist doch in meinem Leben etwas schief gelaufen, etwas aus der Spur geraten. Wieso hat Gott mich nicht vor dieser und jener falschen Entscheidung bewahrt? Der Psalmist hat aber diese Erfahrung gemacht, sonst hätte er es nicht so geschrieben. In diesem kurzen Lied erzählt der Autor das er bedroht wird. Das andere ihm nach dem Leben trachten. Also offensichtlich läuft auch bei ihm nicht alles rund. Mir fällt auf, dass in dem Text ein Wort fehlt, nämlich das Wort “immer“.

„Du bewahrst meine Füße immer vor dem Ausgleiten“, das steht da nicht. Es scheint also so zu sein dass Gott manchmal hilft und manchmal nicht. Kann das sein? Wenn Gott immer helfen würde, hätte ich ein leichtes Leben. Einmal Christ geworden, würde mir alles gelingen, ein Leben gänzlich ohne Probleme. Ich kann bestätigen, dass es nicht so ist. In dieser ganzen Überlegung fehlt eine Unbekannte, ein Baustein, der das Ganze unberechenbar macht. Dieser Baustein bin ich. Ich treffe manchmal Entscheidungen, die mich gegen eine Wand laufen lassen. Meine Entscheidungen sind meist gar nicht mit Gott abgestimmt. Oft frage ich ihn nicht und wenn ich ihn frage bitte ich ihn um das was „ich“ will. Ich frage meist nicht danach, was Gott will. Manchmal bin ich auch nicht bereit auf diese leise Stimme zu hören, die in mir klingt und mir einen Rat gibt. Ich verlasse mich auf meinen Kopf und auf mein Gefühl und da fangen dann die Probleme an. Niemals wird Gott mich zu irgendetwas zwingen. Die Freiheit des Menschen ist für Gott nicht verhandelbar. Es ist meine Entscheidung welchen Kanal ich auf meinem Empfänger einstelle, also ob ich überhaupt hören will.

Ich kannte mal jemanden, der sagt: „Ich lasse mir von einem Navigationsgerät nicht vorschreiben, wo ich lang zu fahren habe.“ Klingt lustig, aber oft lebe ich so. Ganz schnell wird aus meinem eigenen Gefühl Gottes Wille. Auf viele Weisen spricht Gott Empfehlungen aus für ein gelingendes Leben. Darauf zu hören ist eine Trainingssache. Wie spricht Gott zu mir? Wenn immer nur ich spreche, kann ich nichts hören.

Man könnte den Satz aus den Psalmen vielleicht so ergänzen:

Du bewahrst meine Füße vor dem Ausgleiten, vorausgesetzt ich lasse es zu.

Es grüßt: Michael

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