Der andere Kalender.

Ein Adventskalender hängt seit der letzten Adventszeit in meiner Küche. Keiner mit Türchen sondern für jeden Tag ein Text. Texte die sensibel für diese Zeit machen und vorbereiten sollen. Irgendwie hab ich das nicht geschafft regelmäßig den Text zu lesen und irgendwann hab ich gar nicht mehr gelesen. Den Kalender habe ich aber hängen lassen. Irgendwann fiel mein Blick auf den Kalender und ich las den Text. Ich stellte fest das die Texte nicht schlechter werden wenn man sie zu spät liest. Diese Texte haben kein Verfallsdatum. Nun halte ich es so: Ich lese einen Text wenn es mir gerade gut erscheint und irgendwann später lese ich ihn noch mal und später vielleicht ein drittes mal. Was ist die Botschaft für mich? Gibt es in diesem Text eine Lehre oder ein Trost der jetzt mir gilt? Wie Seifenblasen ploppen manchmal Textteile in meiner Erinnerung nach oben. Es ist so dieses Gefühl: Stimmt, da hat er recht, oder, so kann man das tatsächlich auch sehen. Irgendwann habe ich diesen Text genug durch gekaut. Dann blättere ich um ohne den neuen Text zu lesen. Irgendwann laufe ich dran vorbei und ich denke: Das sollte ich jetzt mal lesen und das Spiel beginnt von vorne.

Mensch, das hat doch einen Grund, warum dieser Text an diesem Tag steht. Man macht die Dinge so, wie sie zu machen sind.

Ach ja ???

Mein Kopf ist voll mit Konventionen. So und so hat man es gelernt, so machen es alle.

Man macht nicht einfach Wein aus Wasser und am Sabbat werden auch keine Kranken geheilt. Hups… Naja, Jesus, das ist was anderes und einen Kranken heilen ist ja wohl wichtiger als die Tatsache dass ein Kalender eine Kalender ist und kein Andachtsbuch.

Warum kann man sich nicht mal hin und wieder die Freiheit nehmen die Dinge etwas anders zu machen? Mal mit den kleinen Dingen anfangen. Mal den eigenen Rhythmus, der vielleicht zu einem Gefängnis geworden ist, aufbrechen und einen neuen suchen? Vielleicht die Bibel mal anders lesen, die Sache mal von einer anderen Seite betrachten. Mal eine andere Übersetzung nehmen oder für die ganz verwegenen nach der Lektüre einer Bibelstelle einfach mal sagen: Nein, das kann ich so nicht sehen. Darf man das denn? Klar, solange man das Gott sagt. Vielleicht mit Gott darüber ins Gespräch kommen. Wie das geht? Eigentlich ganz einfach. Mal das Kalenderblatt nicht um drehen. Es hängen lassen an der Wand und im Herz und dann Gott das sagen was einen bewegt. Dazu muss man nicht die Hände falten und auch nicht still sitzen. Mal nicht gleich zum nächsten Thema über gehen denn vielleicht möchte Gott ja Antworten. Es braucht meist nur etwas Zeit bis wir bereit sind zu hören. Mir hilft es Gottes Wort vor meinen Augen und vor meinem Herz hängen zu lassen. Solange bis Gott sagt: Blätter mal um.

Es grüßt: Michael

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