Helden.

Als ich noch ein kleiner Junge war, spielte ich, wie viele andere in meinem Alter, mit kleinen Cowboyfiguren. Ich erdachte mir allerlei Geschichten. Abenteuer die zu bestehen waren. Eine Figur hatte es mir besonders angetan. Diese Figur war mein Held. Er war der Chef einer wilden Bande, die natürlich immer nur für das Gute stritten. Was auch immer passierte, sie kamen damit klar und am ende war mein Held der Gewinner. Diese Figur war schon ziemlich abgespielt, die Farbe war kaum noch vorhanden aber in meinem Kopf hatte ich eine klare Vorstellung von seinem Aussehen und das reichte. Das waren schon wilde Burschen.

In dieser Zeit war die Welt recht einfach. Meine Spielwelt war geteilt in „Gute“ und „Böse“ und am Ende war klar wer der Sieger ist. Als ich älter wurde, stellte ich fest, das die Realität anders ist. Oft gewinnt der Böse und der, der eigentlich ein Held sein sollte, wird zum Verlierer.

Das macht die Sache irgendwie kompliziert. Wer oder was möchte ich sein? Natürlich ein Gewinner. Wenn aber „Gut sein“ auch bedeutet, das man verlieren kann, wird das schwierig. Ich möchte gerne Gut sein und gewinnen.

In meiner Kinderspielwelt hieß zu gewinnen, die bösen waren alle tot oder weggejagt. (Meine Cowboyfiguren konnte aber alle wieder auferstehen.) Mein Bandenchef wurde gefeiert und erhielt Dank. Was erwarte ich heute? Was gibt es denn zu gewinnen, was ist eigentlich ein Held und was ist überhaupt „Gut“? Ein Held ist jemand der etwas außergewöhnliches vollbringt, der über sich selbst hinauswächst. Erstaunlich ist aber, dass Helden in Diktaturen viel zahlreicher sind. Mit diesem Begriff kann man wunderbar Menschen motivieren Dinge zu tun, die zu ihrem eigenen Nachteil sind. Auch das Dritte Reich hatte viele Helden auf zu weißen. OK, Held möchte ich eigentlich nicht sein. Die Lebenserwartung eines Helden ist im allgemeinen ja auch recht kurz.

Wenn ich als Christ das Gute, oder sagen wir mal, dass Richtige tun will, kann ich da auch auf der Gewinnerseite sein oder bedeutet Gutes tun immer auch, dafür ein Opfer bringen zu müssen?

Das richtige tun, bedeutet für mich auf Gott zu zugehen.

Um auf Gott zu gehen zu können, braucht es den Heiligen Geist, der mich berät und mir Kraft gibt.

Mein Cowboyheld war ja auch nur notwendig, weil ich selbst kein Held sein konnte.

Wenn es mir aber gelingt auf Gott zu zugehen, dann liegt genau darin mein Gewinn. Die Nähe Gottes. Der mich von allem unmenschlichem befreien will, der mich liebt. Die Nähe zu Gott macht mich froh, auch wenn ich eigentlich von außen betrachtet, scheinbar keinen Grund dazu habe.

Mein Cowboyheld war unreal und lediglich die Fantasie eines Kindes. Es war aber auch die Sehnsucht nach jemand der Stärker ist als ich und der es gut mit mir meint.

Also wenn ich einen Helden benennen müsste …

Es grüßt: Michael

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