Über hundertmal kommt das Wort „Singen“ in der Bibel vor und oft mit dieser klaren Aufforderung an uns.
Fast mein ganzes Leben begleitet mich die Musik auf die ein oder andere Weise. Als Solist, im Trio oder in Rockbands. Nun bin ich im siebten Jahrzehnt meines Lebens und ich habe immer noch Lust, Lieder zu schreiben. Als ich mir vor einigen Jahren überlegte, ob ich noch Musik machen möchte, war klar, so wie bisher wird es nicht mehr sein.
Keine Band mehr. Nur ich. Eigentlich war ich immer gern ein Teamplayer, aber man muss dazu die richtigen Leute finden und das ist gar nicht so einfach. Ich dachte mir, das ist doch ein gutes Thema für’s Gebet. Was sind eigentlich Gottes Gedanken dazu?
Dann war es, als ginge eine Leuchtreklame an. Überall begegnete mir plötzlich diese Bibelstelle. In Predigten, in der Losung, in der Literatur.
Ich weiß schon, bei mir muss Gott auch mal etwas lauter sein. Manchmal brauche ich etwas länger. Das aber konnte auch ich nicht übersehen.
Es schien mir aber so, als würde Gott noch eine Arbeitsanweisung mit liefern. Kennen Sie von Ikea diese kleinen Bilder, die einem erklären sollen, wie man die gekauften Bretter zusammen schrauben soll, damit ein Regal rauskommt? Irgendwie so, nur ohne Papier. Mein Augenmerk wurde auf „Singen und „Neu“ gerichtet. Ich gebe zu, dass ich mit christlicher Musik oft so meine Probleme habe. Nicht so sehr mit der Musik, da gibt es mittlerweile wirklich gute Sachen. Die Texte aber … wie soll ich sagen, sie langweilen mich oft. MEIN Leben spiegeln sie oft nicht wieder. Sie bleiben an der Oberfläche und umschiffen oft schwierige Themen. Nett eben. Ich wollte andere Texte schreiben. Klar, die sind nicht massentauglich. Kein christlicher Mainstream. Aber das kann mir ja egal sein. Warum können Liedtexte nicht auch mal Fragen offen lassen? Vielleicht können Liedtexte auch mal zu einer Diskussion herausfordern. Keine Ahnung. Letzten Endes kann ich nur das Schreiben, was in mir ist. Das versuche ich im Gebet zu machen. „Was willst du Gott, was ich singen soll?“ Ich weiß nicht, ob andere damit was anfangen können, ob die Lieder, die ich schreibe, anderen etwas sagen.
Ich schreibe sie und werfe sie in die Welt, mehr kann ich nicht tun.