Folgender Vers ist mir vor kurzem vor´s Auge gekommen und irgendwie dann auch in´s Herz gefallen:
Psalm 147 Vers 14 Er schafft deinen Grenzen Frieden…
Das ist doch wirklich wichtig. Jeder möchte in sicheren Grenzen leben. Als Person, als Familie oder als Staat. Wir erleben allerdings gerade eine Zeit in der das immer wenig eine Rolle zu spielen scheint. Herr Putin greift seine Nachbarn an und spricht ihnen das Recht auf Existenz ab. Herr Trump möchte ganz gerne Grönland haben und Taiwan ahnt, dass bald ein Angriff aus China kommt. Abgesehen davon, was ist mit unseren Grenzen wenn Feuerwalzen alles nieder brennen? Der Klimawandel schert sich nicht um Grenzen.
Für mich haben solche Bibeltexte immer mehrere Ebenen.
Im Text ist sicher zuerst mal die Grenze eines Clans oder Reiches gemeint.
Dennoch bringt dieser Satz in mir noch etwas anderes zum Klingen. Was ist mit meinen persönlichen Grenzen? Mit meiner Begrenztheit? Auch ich habe meine Grenzen, die mich schützen mich aber auch BEgrenzen.
Ich habe ein Problem mit Menschen, die in mein Leben hinein sprechen, ohne mich wahrzunehmen. Grenzüberschreitende Menschen, die wie eine Invasionstruppe in mein Leben eindringen wollen. Da ist dann schon mal ein deutliches STOP angesagt. Dann gibt es aber auch noch diese Grenzen, die in mir begründet sind. Klar kann ich mir vornehmen einen Eurofighter zu fliegen, ein Rockstar zu sein oder ein berühmter Herzspezialist. Nur, das alles wird nie passieren. Ich kann das einfach nicht. Ich hab da meine Grenzen. Vielleicht sind meine Grenzen auch subtiler. Vielleicht bin ich zu schüchtern und traue mich einfach nicht nach vorne zu treten und meinen Mund aufzumachen. Wie auch immer, wir alle haben unsere Grenzen.
Die Frage, die für mich daraus folgt, ist: Herrscht Ruhe an meinen Grenzen?
Habe ich Frieden gemacht mit meinen Grenzen? Ich meine nicht dieses: „Na ja, ich kann sowieso nichts ändern“. Vielleicht kann ich manches ja doch.
Ich werde aber nur aus einer Haltung des Vertrauens und der Sicherheit Dinge wagen. Nur aus dem Gefühl der Sicherheit kann ich das Risiko des Scheiterns eingehen, denn das Scheitern gehört ja nun mal zum Leben dazu. Fühle ich mich in meinen Grenzen sicher? Der Frieden, den die Bibel meint, ist keine Friedhofsruhe. Es ist ein Friede der Mut macht zum Leben und zur Liebe. Dann kann ich dem Leben dienen auf eine Weise, die ich mir nie zugetraut hätte.
Ich wünsche uns allen, diesen sicheren, lebendigen und liebevollen Frieden an unseren Grenzen.